Colorado hat sein automatisches Geschwindigkeitsüberwachungsprogramm auf einen fünf Meilen langen Abschnitt der I-25 südlich von Fort Collins ausgeweitet. Dieser Schritt stellt einen bedeutenden Wandel in der Art und Weise dar, wie der Staat die Verkehrssicherheit in Hochrisikokorridoren verwaltet, insbesondere in Bereichen, in denen gerade gebaut wird.
So funktioniert die Technologie: Durchschnittsgeschwindigkeit vs. Instant Radar
Im Gegensatz zum herkömmlichen Polizeiradar, das einen einzelnen Moment hoher Geschwindigkeit erfasst, nutzt dieses neue System die Technologie „Automatisierte Fahrzeugidentifizierung“ (AVI) zur Messung der „Durchschnittsgeschwindigkeit“.
Der Prozess funktioniert wie folgt:
1. Dual-Kamera-Aufnahme: Ein Kamerapaar wird in einem festgelegten Abstand voneinander platziert.
2. Zeit-Distanz-Berechnung: Das System erfasst das Nummernschild eines Fahrzeugs am ersten Punkt und erneut am zweiten. Anschließend wird die Zeit berechnet, die für die Fahrt zwischen den beiden Punkten benötigt wird.
3. Geschwindigkeitsüberprüfung: Wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit über diese Distanz den angegebenen Grenzwert überschreitet, wird eine Anzeige ausgelöst.
Diese Methode macht herkömmliche Tools wie Radarwarner oder Echtzeit-Geschwindigkeitswarnungen in Apps wie Waze deutlich weniger effektiv, da kein einzelner „Geschwindigkeitsfallen“-Moment erkannt werden muss; Der Verstoß wird durch die Dauer der Fahrt durch die Zone bestimmt.
Sicherheitsgewinne und Einzelheiten zur Durchsetzung
Das Hauptziel des Colorado Department of Transportation (CDOT) ist der Schutz von Arbeitern und Fahrern in engen, risikoreichen Bauzonen. In diesen Bereichen mangelt es häufig an nutzbaren Seitenstreifen, sodass manuelle Polizeipatrouillen sowohl für Beamte als auch für Autofahrer gefährlich sind.
Die Wirksamkeit dieses Ansatzes zeigt sich bereits:
* Nachgewiesene Ergebnisse: Während einer 30-tägigen Warnperiode vor dem Start am 2. April meldete CDOT einen 90-prozentigen Rückgang überhöhter Geschwindigkeit innerhalb der Zielzone.
* Strafstruktur: Zuwiderhandelnde erhalten per Post eine Zivilstrafe von 75 $.
* Keine Führerscheinpunkte: Da das System das Fahrzeug und nicht den Fahrer identifiziert, werden dem Führerschein keine Punkte gutgeschrieben.
* Reinvestition der Einnahmen: Die meisten gesammelten Mittel fließen zurück in das Speed Enforcement Program.
Die Lücke im „Geisterfahrzeug“.
Während das System bei der Änderung des Fahrerverhaltens sehr effektiv ist, steht es vor einer erheblichen strukturellen Herausforderung: nicht zugelassene Fahrzeuge.
In Colorado gibt es einen wachsenden Trend, dass Autofahrer Fahrzeuge ohne sichtbare Nummernschilder fahren oder diese überhaupt nicht anmelden. Da diese Kameras vollständig auf der Kennzeichenerkennung basieren, können Fahrzeuge ohne Kennzeichen die Kontrollzone ohne Konsequenzen umgehen. Das gleiche Problem wurde bei Mautsystemen für Schnellstraßen festgestellt, was auf eine anhaltende Lücke bei der automatisierten Verkehrsüberwachung hinweist.
Hinweis für Autofahrer: Vor den Kameras sind mindestens 90 Meter im Voraus Warnschilder angebracht. Wenn Sie beim Passieren der ersten Kamera zu schnell fahren, können Sie dennoch ein Bußgeld vermeiden, indem Sie vor Erreichen der zweiten Kamera ausreichend langsamer fahren, um Ihre Durchschnittsgeschwindigkeit unter die gesetzliche Grenze zu bringen.
Fazit
Durch den Übergang vom Sofortradar zur Durchschnittsgeschwindigkeitsüberwachung dämmt Colorado erfolgreich gefährliche Geschwindigkeitsüberschreitungen in Baustellen ein. Die langfristige Wirksamkeit des Programms hängt jedoch weiterhin von der Fähigkeit des Staates ab, das weit verbreitete Problem nicht zugelassener und nicht zugelassener Fahrzeuge anzugehen.
