2025 Renault Clio: Getestet – verfeinert, nicht revolutioniert

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Der Renault Clio 2025 kommt mit subtilen, aber bedeutenden Änderungen, die auf dem Erfolg seines Vorgängers aufbauen und sich gleichzeitig einem zunehmenden Wettbewerbsdruck auf dem Markt stellen müssen. Das aktualisierte Modell weist eine größere Grundfläche auf – 67 mm länger und 39 mm breiter –, behält aber die bekannte CMF-B-Plattform bei, die auch der Nissan Juke und andere Renault-Nissan-Mitsubishi-Fahrzeuge gemeinsam haben. Das bedeutet, dass das grundlegende Fahrerlebnis weitgehend unverändert bleibt, obwohl die Antriebsoptionen für eine verbesserte Leistung und Effizienz optimiert wurden.

Antriebsstrang-Updates: Mehr Leistung, gleiche Komplexität

Renault hat sowohl den Benzin- als auch den Hybridantrieb überarbeitet. Der Basis-TCe-Motor leistet jetzt 114 PS, eine Steigerung um 25 PS, während der E-Tech-Vollhybrid-Antriebsstrang eine Steigerung um 15 PS auf 158 PS erfährt. Die wichtigste Änderung im Hybridsystem ist die Einführung eines größeren 1,8-Liter-Motors (vorher 1,6 Liter), der vom Dacia Bigster stammt, für die Euro-7-Konformität optimiert ist und einen thermischen Wirkungsgrad von 40,5 % aufweist.

Dieses Hybrid-Setup bleibt komplex und verfügt über ein kupplungsloses Vierganggetriebe und ein Zweiganggetriebe mit integriertem Elektromotor. Auch wenn es manchmal unvorhersehbar ist, liefert das System eine respektable Zeit von 0 auf 100 km/h in 8,3 Sekunden – eine ganze Sekunde schneller als das Vorgängermodell. Es gibt eine Dual-Fuel-Variante (Benzin/LPG) mit einer Reichweite von 900 Meilen, die jedoch aufgrund der begrenzten LPG-Infrastruktur im Vereinigten Königreich nicht verfügbar sein wird.

Handhabung und Suspendierung: Bekanntes Terrain

Trotz der größeren Abmessungen bleibt das Fahrverhalten des Clio in allen Ausstattungsvarianten gleichbleibend. Renault gibt an, jede Version (unterschiedliches Gewicht) auf das gleiche Fahrverhalten abgestimmt zu haben, was bedeutet, dass die teureren Modelle mit Alpine-Emblem keinen Fahrvorteil bieten. Das Fahrwerkssetup – passive Dämpfer, Schraubenfedern, vordere MacPherson-Federbeine und ein Verbundlenker hinten – ist unverändert und konzentriert sich eher auf vorhersehbares Verhalten als auf sportliche Dynamik.

Das neue Modell bietet zwar die Möglichkeit von 18-Zoll-Rädern, eine Premiere für den Clio, aber die vergrößerte Karosserie ermöglicht eine angemessene Seitenwandhöhe, ohne den Fahrkomfort zu beeinträchtigen.

Interieur und Technik: Modern, aber nicht ohne Kompromisse

Der Innenraum wurde mit einem einzigen abgewinkelten Digitaldisplay aktualisiert, das den bisherigen hochformatigen Touchscreen und die Instrumententafel in zwei 10-Zoll-Bildschirmen vereint. Diese Zentralisierung der Bedienelemente ist zwar ergonomisch sinnvoll, verlagert jedoch wichtige Belüftungseinstellungen auf den Touchscreen, was die Benutzerfreundlichkeit im Vergleich zu den vorherigen Drehreglern verringert.

Durch die Umstellung auf einen an der Lenksäule montierten Gangwahlhebel (Mercedes-Stil) werden jedoch nützliche Staufächer in der Mittelkonsole frei, darunter zwei Standard-USB-C-Anschlüsse. Die größte Neuerung ist die Integration des Multimediasystems OpenR Link von Google, das nahtloses Google Maps und Zugriff auf über 100 Apps über den Google Play Store bietet. Renault-Führungskräfte sind besonders von Gemini, dem KI-Assistenten von Google, begeistert, dessen Leistung mit verschiedenen britischen Akzenten jedoch noch ungetestet ist.

Die Innenqualität ist gemischt; Hartplastik dominiert das Armaturenbrett und die Türfächer, während das Lenkrad und die dazugehörige Schaltanlage überraschend weich bleiben. Die Entfernung der leichten Polsterakzente beim aktuellen Modell zugunsten einer „sportlicheren“ Ästhetik könnte einige Käufer enttäuschen.

Praktikabilität: Kompromisse im Weltraum

Der Clio gewinnt durch den verlängerten Radstand leicht an Beinfreiheit im Fond, die Kopffreiheit bleibt jedoch dürftig. Das Kofferraumvolumen variiert deutlich zwischen den Modellen: Die Benzinversion bietet 391 Liter (vergleichbar mit größeren Autos), während die Hybridversion aufgrund des Batteriepakets nur 309 Liter schafft. Dadurch ist der Hybrid-Clio weniger geräumig als der Renault 5 und der 4, was möglicherweise die Kaufentscheidung von Markentreuen beeinflusst.

Fazit: Der Renault Clio 2025 stellt eher eine sinnvolle Weiterentwicklung als eine radikale Überarbeitung dar. Die aktualisierten Antriebsstränge sorgen für verbesserte Leistung und Effizienz, während die Integration der Innenraumtechnik eine willkommene Ergänzung darstellt. Kompromisse bei der Praktikabilität (insbesondere beim Kofferraumvolumen beim Hybrid) und der Qualität des Innenraums könnten potenzielle Käufer jedoch zum Nachdenken bringen. Der Clio ist nach wie vor eine solide Wahl im hart umkämpften Kleinwagen-Segment, aber er kann seinen Konkurrenten nicht ganz voraus sein.

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