Neugestaltung von Alfa Romeo Stelvio und Giulia verzögert sich aufgrund der sich verändernden Elektrofahrzeuglandschaft

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Der ehrgeizige Wiederbelebungsplan von Alfa Romeo stößt auf einen großen Haken: Die Markteinführung des Stelvio-SUV und der Giulia-Limousine der nächsten Generation verzögert sich nun um zwei Jahre. Dieser Rückschlag ist auf die raschen Veränderungen in der Automobilindustrie zurückzuführen, insbesondere im Zusammenhang mit der Einführung von Elektrofahrzeugen (EV) und dem verschärften Regulierungsdruck in Europa und den USA. Der CEO der Marke, Santo Ficili, bestätigte, dass Alfa Romeo seine kommenden Modelle grundlegend überarbeitet, um eine breitere Palette von Antriebssträngen zu ermöglichen, darunter Verbrennungsmotoren (ICE), Plug-in-Hybride (PHEV) und vollelektrische Optionen.

Die Abkehr von vollelektrischen Plänen

Ursprünglich hatte sich Alfa Romeo einer vollelektrischen Zukunft verschrieben, um immer strengere Abgasnormen zu erfüllen. Allerdings haben die nachlassende Verbrauchernachfrage nach Elektrofahrzeugen in Verbindung mit politischen Veränderungen – wie der Reduzierung der Anreize für Elektrofahrzeuge in den USA und der Lockerung der Frist bis 2035 für die Abschaffung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor durch die EU – eine dramatische Neubewertung erzwungen.

„Wir müssen alles ändern“, sagte Ficili und betonte das Ausmaß der Überarbeitung. „Wir müssen vom reinen BEV auf alle anderen Antriebsstränge umsteigen.“

Dies erfordert eine vollständige Neugestaltung der Plattformen, elektronischen Architekturen und Konnektivitätssysteme, was nicht nur Auswirkungen auf Alfa Romeo, sondern auch auf andere Marken innerhalb des Stellantis-Automobilkonzerns hat.

Die große STLA-Plattform und die Flexibilität des Antriebsstrangs

Der Kern dieser Umstellung besteht in der Integration der STLA Large-Plattform, die bereits im Jeep Wagoneer S und Dodge Charger zum Einsatz kommt. Dieses Chassis ist in der Lage, sowohl leistungsstarke Elektromotoren (bis zu 661 PS) als auch einen leistungsstarken Reihensechszylinder-Benzinmotor („Hurricane“) mit bis zu 542 PS zu unterstützen. Während Alfa Romeo Letzteres in Betracht zieht, könnten die europäischen Emissionsziele seine Machbarkeit einschränken.

Das Unternehmen setzt nun auf PHEV-Optionen neben vollwertigen Elektrofahrzeugen für den europäischen Markt. Doch selbst dieser Ansatz steht vor Herausforderungen, da Jeep und Chrysler von PHEVs zu Gunsten von Range-Extender-Hybriden übergegangen sind, die Alfa Romeo für seine leistungsorientierte Markenidentität als ungeeignet erachtet.

Mit bestehenden Modellen auf Kurs bleiben

Die Verzögerung bedeutet, dass die Lebensdauer der aktuellen Stelvio- und Giulia-Modelle mindestens bis Ende 2027 verlängert wird. Die leistungsstarke Quadrifoglio-Ausstattung, die mit einem Sechszylinder-Biturbomotor ausgestattet ist, bleibt verfügbar – die Bestellungen können im April 2026 wieder aufgenommen werden. Motoren mit niedrigeren Spezifikationen (2,0-Liter-Turbo und Diesel) werden in Europa aufgrund von Emissionsvorschriften aus dem Verkehr gezogen.

Alfa Romeo wird die Einnahmen aus diesen in die Jahre gekommenen Flaggschiffen maximieren, einschließlich limitierter Editionen wie der Giulia Luna Rossa (Preise im über sechsstelligen Bereich), um die Marke während des Übergangs aufrechtzuerhalten.

Nutzung kleinerer SUVs für Wachstum

Das Unternehmen setzt auf starke Verkäufe seiner kleineren SUVs Junior und Tonale, um Verluste in anderen Segmenten auszugleichen. Der Junior hat seit seiner Markteinführung im Jahr 2025 bereits 60.000 Bestellungen erhalten, während der Tonale seit 2022 100.000 Einheiten verkauft hat. Insgesamt verkaufte Alfa Romeo im Jahr 2025 rund 70.000 Autos, was einem weltweiten Anstieg von 19 % und einem Anstieg von 29 % in Europa entspricht, obwohl in Nordamerika mit Zollproblemen zu rechnen ist.

Trotz dieser Zuwächse liegen die Verkäufe von Alfa Romeo immer noch deutlich unter denen von Branchenführern wie BMW, die im gleichen Zeitraum über 2,16 Millionen Fahrzeuge auslieferten.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Verzögerungen bei der Neugestaltung von Alfa Romeo spiegeln einen breiteren Branchentrend wider: die Anpassung an unvorhersehbare Marktkräfte und regulatorische Änderungen. Das Unternehmen muss nun seine Ambitionen für die Elektrifizierung mit der Realität der Verbrauchernachfrage und der Einhaltung von Emissionsvorschriften in Einklang bringen. Die Zukunft von Alfa Romeo hängt von der erfolgreichen Integration flexibler Plattformen und Antriebsstränge ab und gleichzeitig der Wahrung der Markenidentität in einer sich schnell entwickelnden Automobillandschaft.

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