BMW M-Chef: Die Reduzierung der US-Emissionen wird die Motorenstrategie nicht diktieren

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Die jüngste Lockerung der Abgasnormen in den Vereinigten Staaten unter der Trump-Administration wird die langfristigen Produktpläne der M-Performance-Sparte von BMW nicht grundlegend verändern, so Firmenchef Frank van Meel. Der Schritt, der eine wichtige Umweltverordnung aus dem Jahr 2009 aufhebt, mag wie eine Rettungsleine für Motoren mit großem Hubraum erscheinen – aber BMW M hat sich bereits an einen Flickenteppich globaler Vorschriften angepasst und wird dies auch weiterhin tun.

Die Dominanz des US-Marktes ist nicht gleichbedeutend mit einer Änderung der Politik

Die USA stellen den größten Einzelmarkt von BMW M dar und machen im Jahr 2023 mehr als ein Drittel der 213.457 weltweit verkauften Fahrzeuge aus (ca. 72.000 Fahrzeuge). Trotz der starken Nachfrage nach V8-Motoren in der Region behauptet das Unternehmen, dass es auf die vielfältigen regulatorischen Rahmenbedingungen weltweit vorbereitet sei.

„Jede Region hat ihre eigenen Standards … es gibt also keine Chance – und auch keine Bedrohung. Es ist einfach so“, sagte van Meel.

Seit Jahren balanciert BMW M die Einhaltung unterschiedlicher Standards in Europa, China und den USA aus, eine Praxis, die dazu führt, dass der neue Politikwechsel in den USA für seine Kernstrategie keine Rolle spielt. Das bedeutet, dass BMW die Lebensdauer seiner V8- oder V12-Motoren trotz der lockereren Vorschriften allein aufgrund des US-Marktes nicht zwangsläufig verlängern wird.

Balance zwischen Leistung und Compliance

Das Unternehmen hat seine Fähigkeit, sich anderswo an strengere Vorschriften anzupassen, bereits unter Beweis gestellt, wie die jüngsten Anpassungen seiner M5- und XM-Modelle zur Einhaltung der Euro-7-Norm zeigen. Anstatt die Hochleistungsmotoren gänzlich aufzugeben, optimierte BMW M den Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang, indem es die Leistung des Verbrennungsmotors reduzierte und gleichzeitig die Leistung des Elektromotors steigerte – wodurch Spitzenleistungswerte beibehalten und gleichzeitig die Emissionen gesenkt wurden.

Dieser Ansatz unterstreicht einen wichtigen Punkt: BMW ist nicht auf einen Binnenmarkt oder eine Regulierung angewiesen. Das Unternehmen wird seine Fahrzeuge weiterhin auf der Grundlage lokaler Anforderungen kalibrieren, anstatt einen „Einheitsansatz“ zu verfolgen.

Elektrische Zukunft neben der Verbrennung

Auch BMW M sichert seine Chancen ab, indem es sowohl Elektro- als auch Verbrennungsversionen seiner nächsten M3-Generation entwickelt, die 2027 erscheinen soll. Diese Split-Strategie ist eine bewusste Reaktion auf die Marktunsicherheit, wie sie bei Konkurrenten wie Mercedes-Benz und Porsche zu beobachten ist, die finanzielle Rückschläge erlitten, nachdem sie vorzeitig auf rein elektrische Produktpaletten umgestiegen waren.

„Die Split-Strategie ist immer richtig, denn sie gibt uns die Antwort auf die Anforderungen unserer Kunden und man muss immer auf die Kunden hören“, erklärte van Meel.

Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass das Timing entscheidend ist und dass sein elektrischer M3 ein Hochleistungserlebnis bieten wird, mit dem die Konkurrenz bisher nicht mithalten kann. Das kommende Elektrofahrzeug ist laut BMW M bereit, die Erwartungen in Frage zu stellen, wobei die ersten Tester Berichten zufolge von seinen Fähigkeiten überrascht waren.

Fazit: Die Reaktion von BMW M auf die Emissionsreduzierung in den USA ist pragmatisch. Das Unternehmen ist darauf ausgelegt, in einer Welt widersprüchlicher Standards zu agieren, und wird weiterhin sowohl Elektro- als auch Verbrennungsfahrzeuge parallel entwickeln, getrieben von der Kundennachfrage und der technologischen Bereitschaft und nicht von Änderungen der Binnenmarktpolitik.

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