General Motors durchläuft derzeit einen bedeutenden Wandel in seiner Herangehensweise an die Fahrzeugtechnologie, der durch eine Neuorganisation seiner Software-Engineering-Führung und einen langfristigen Plan zur Umgestaltung der Art und Weise, wie seine Autos gebaut werden, gekennzeichnet ist. Diese Änderung signalisiert einen größeren Trend in der Automobilindustrie – eine Bewegung hin zu mehr Kontrolle über die Fahrzeugsoftware, um neue Einnahmequellen zu erschließen und das Fahrerlebnis zu verbessern.
Eine neue Führungsstruktur
Letzten Monat stellte GM eine neue „Zonenarchitektur“ vor, die den Fahrzeugbau rationalisieren und einen größeren Schwerpunkt auf Software legen soll. Im Zusammenhang mit dieser Ankündigung hat das Unternehmen Änderungen in seiner Führung vorgenommen. Sterling Anderson, derzeit Chief Product Officer von GM, wird umfassendere Aufgaben übernehmen und die Leitung des Software- und Services-Engineering-Teams übernehmen. Dies folgt auf den Abgang von Dave Richardson, einem ehemaligen Apple-Manager, der als GM-Vizepräsident für Software- und Service-Engineering fungierte.
Laut einer Aussage von GM soll die Umstrukturierung dazu dienen, die Entwicklung und Bereitstellung von Technologie sowohl für Kunden als auch für das Unternehmen selbst zu beschleunigen. Dabei geht es darum, Fahrzeugsoftwareentwicklung und Global Product in einer einzigen Organisation unter der Leitung von Anderson zusammenzuführen.
Die Vision eines zentralisierten Systems
Die Vision von GM reicht bis 2028, wenn der Autohersteller beabsichtigt, sein zentralisiertes Computersystem der nächsten Generation auf den Markt zu bringen. Mit diesem neuen System sollen mehrere wesentliche Vorteile erzielt werden:
- Reduzierte Kosten: Die Optimierung der Computerarchitektur des Fahrzeugs sollte zu niedrigeren Gesamtkosten führen.
- Weniger Teile: Ein zentralisiertes System verspricht eine Vereinfachung der im Fahrzeugbau verwendeten Teile.
- Geringere Komplexität: Die Reduzierung der Komplexität ermöglicht eine einfachere Wartung und Updates.
Über die Kosteneinsparungen hinaus wird das neue System den Weg für erweiterte Funktionen ebnen, darunter:
- Erhöhte Autonomie: Verbesserte Selbstfahrfunktionen.
- Over-the-Air-Updates: Kontinuierliche Softwareverbesserungen aus der Ferne.
- Verbesserte Konnektivität: Schnelleres und zuverlässigeres Fahrzeugnetzwerk.
- Erweiterte KI-Workloads: Fähigkeit zur Unterstützung anspruchsvollerer Anwendungen der künstlichen Intelligenz.
Abschied von der Telefonspiegelung
Im Rahmen dieser Softwaretransformation wird GM die Telefonspiegelung – die Integration von Smartphone-Bildschirmen auf Fahrzeugdisplays – aus künftigen Fahrzeugen eliminieren. Dies bedeutet, dass die Unterstützung von Apple CarPlay und Android Auto eingestellt wird, da GM seine Fahrzeugpalette aktualisiert. Diese Entscheidung unterstreicht die Absicht von GM, ein stärker integriertes und proprietäres Erlebnis im Auto zu schaffen.
Ein breiterer Branchentrend
Die Maßnahmen von GM spiegeln einen größeren Wandel innerhalb der Automobilindustrie wider. Automobilhersteller erkennen zunehmend das Umsatzpotenzial von fahrzeuginterner Software und übernehmen mehr Kontrolle über deren Entwicklung. Dies kann Möglichkeiten für Abonnementdienste, Paywall-Funktionen und neue Geschäftsmodelle eröffnen, die über den traditionellen Besitz eines Fahrzeugs hinausgehen.
Der anhaltende Wandel hin zu softwaredefinierten Fahrzeugen stellt einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise dar, wie Autos entworfen, hergestellt und genutzt werden.
Der Schritt von GM bedeutet die Verpflichtung, sich als führendes Unternehmen in der Automobiltechnologie zu etablieren, und einen Schritt in Richtung einer Zukunft, in der sich Fahrzeuge durch Software-Updates und neue Funktionen kontinuierlich weiterentwickeln. Die Umstrukturierung des Softwareteams unterstreicht die entscheidende Rolle, die Software für den Erfolg des Unternehmens in den kommenden Jahren spielen wird.


































