Stellantis, der Automobilkonzern, der aus der Fusion der PSA Group und Fiat Chrysler Automobiles hervorgegangen ist, wird voraussichtlich seinen ersten jährlichen Betriebsverlust in der Unternehmensgeschichte ausweisen. Der Rückgang ist direkt auf einen deutlichen Rückschlag bei den ehrgeizigen Plänen des Autoherstellers für Elektrofahrzeuge (EV) zurückzuführen. Dies stellt einen großen Wandel für ein Unternehmen dar, das in der Vergangenheit trotz Branchenturbulenzen profitabel geblieben ist.
Finanzieller Erfolg durch EV-Skalierung
Die Führung des Unternehmens, darunter auch der neue CEO Antonio Filosa, hat die finanzielle Belastung erkannt. Stellantis erwartet für das zweite Halbjahr einen bereinigten Betriebsverlust zwischen 1,2 und 1,5 Milliarden Euro (1,4 bis 1,8 Milliarden US-Dollar), nach einem Gewinn von 500 Millionen Euro (590 Millionen US-Dollar) im ersten Halbjahr 2025. Die geschätzten Gesamtkosten für die Abwicklung seiner EV-Roadmap belaufen sich auf 22 Milliarden Euro (26 Milliarden US-Dollar) – eine erhebliche Belastung für jeden Autohersteller.
Dieser Verlust verdeutlicht einen breiteren Trend in der Branche: Die hohen Kosten, die mit der Umstellung auf Elektrofahrzeuge verbunden sind, treffen die großen Hersteller nun hart. Obwohl Stellantis bis 2026 wieder in die Gewinnzone zurückkehren will, sind die unmittelbaren Auswirkungen unbestreitbar.
CEO-Übergang und Marktrealitäten
Der finanzielle Druck trug zum kürzlichen Abgang des ehemaligen CEO Carlos Tavares Ende 2024 bei. Die Ernennung von Filosa signalisiert einen erneuten Fokus auf Kostenkontrolle und die Anpassung an sich entwickelnde Marktanforderungen. Der Rückzug von aggressiven EV-Zielen betrifft nicht nur Stellantis; General Motors und Ford haben ebenfalls erhebliche Verluste im Zusammenhang mit ihren eigenen Umstrukturierungsbemühungen für Elektrofahrzeuge gemeldet.
Dies deutet darauf hin, dass der anfängliche Hype um die schnelle Einführung von Elektrofahrzeugen möglicherweise die Verbrauchernachfrage und die Rentabilität übertroffen hat. Die Autohersteller kalibrieren sich jetzt neu und geben der finanziellen Stabilität Vorrang vor halsbrecherischen Elektrifizierungsplänen.
Was das für die Branche bedeutet
Die Situation von Stellantis unterstreicht die komplexe Realität des Übergangs zu Elektrofahrzeugen. Obwohl die langfristige Umstellung auf Elektrofahrzeuge unvermeidlich ist, sind die kurzfristigen Kosten erheblich. Automobilhersteller müssen Nachhaltigkeitsziele mit finanzieller Rentabilität in Einklang bringen, und das Vertrauen der Anleger hängt von ihrer Fähigkeit ab, diese heikle Gleichung zu bewältigen. Die von Stellantis, GM und Ford gemeldeten Verluste dienen als Warnung: Der Weg zur Elektrifizierung ist mit teuren Dreh- und Angelpunkten gepflastert.
Die Branche tritt in eine Phase der Neubewertung ein, in der Rentabilität und realistische Markterwartungen Vorrang vor ehrgeizigen Zeitplänen haben werden.





















