Peugeot setzt mit neuem Turbo 100-Motor wieder auf Benziner

5

Trotz des weltweiten Vorstoßes zu Elektrofahrzeugen setzt Peugeot verstärkt auf Verbrennungsmotoren und stellt einen deutlich überarbeiteten 1,2-Liter-Benzinmotor vor. Dieser Schritt stellt das Narrativ einer schnellen Übernahme von Elektrofahrzeugen in Frage und unterstreicht die anhaltende Relevanz traditioneller Antriebsstränge – zumindest auf absehbare Zeit.

Die Beständigkeit von ICE

Die Revolution der Elektrofahrzeuge findet nicht über Nacht statt. Während die Verbreitung von Elektrofahrzeugen, insbesondere in Regionen wie der Europäischen Union, zunimmt, dominieren Benzinautos immer noch den Verkauf von Neuwagen. Nach Angaben des Europäischen Automobilherstellerverbandes machten Elektrofahrzeuge im Jahr 2025 lediglich 17,4 % der Neuzulassungen von Fahrzeugen in der EU aus. Diese Realität hat selbst aggressive Autohersteller wie Stellantis gezwungen, ihre Zeitpläne für die vollständige Elektrifizierung anzupassen.

Behebung vergangener Fehler

Der neue Motor von Peugeot, genannt Turbo 100, ist eine direkte Reaktion auf die Zuverlässigkeitsbedenken im Zusammenhang mit seinen früheren PureTech-Motoren. Die kritischste Änderung ist der Austausch des problematischen nassen Zahnriemens – eine bekannte Fehlerquelle – durch eine langlebigere Steuerkette. Peugeot behauptet, 70 % der Motorkomponenten seien neu konstruiert worden, darunter Zylinderblock, Turbolader und Kraftstoffeinspritzsystem.

Technische Verbesserungen

Der Turbo 100 verfügt über mehrere Verbesserungen, um Effizienz und Leistung zu verbessern. Es nutzt den Miller-Zyklus und erhöht die Kompression für eine bessere thermische Effizienz. Die Ingenieure integrierten außerdem ein neues Ventilsteuerungssystem zur Reduzierung der inneren Reibung sowie einen Turbolader mit variabler Geometrie für ein verbessertes Drehmoment im unteren Drehzahlbereich.

Der Motor liefert 100 PS bei 5.500 U/min und ein Drehmoment von 151 lb-ft (205 Nm) ab 1.750 U/min. Zur Validierung der Zuverlässigkeit wurden strenge Tests durchgeführt, darunter 30.000 Stunden auf Prüfständen und über drei Millionen von Testfahrzeugen zurückgelegte Kilometer (einige davon über 200.000 km).

Rollout und Marktkontext

Der neue Motor wird diesen Monat erstmals im Supermini Peugeot 208 zum Einsatz kommen, gefolgt vom Crossover 2008 im Mai. Bei dieser Strategie wird berücksichtigt, dass Elektrofahrzeuge aufgrund von Preis- und Infrastrukturbeschränkungen für viele Verbraucher immer noch unerreichbar sind.

Auch das von der EU geplante Verbot neuer Benzinautos im Jahr 2035 wurde angepasst, um den Autoherstellern mehr Flexibilität zu geben, Modelle mit Verbrennungsmotor über die Mitte der 2030er Jahre hinaus beizubehalten. Mit diesem Schritt wird der anhaltenden Nachfrage nach erschwinglichen, leicht verfügbaren Transportlösungen Rechnung getragen.

Trotz des Wandels der Branche hin zur Elektrifizierung bleiben Verbrennungsmotoren ein notwendiger Bestandteil der Automobillandschaft. Der Turbo 100 zeigt, dass Benziner noch nicht tot sind, und Peugeot setzt auf Zuverlässigkeit, damit das auch so bleibt.

Попередня статтяBentley reduziert seine Pläne für Elektrofahrzeuge: Hybride und Gasmotoren bleiben der Schlüssel
Наступна статтяVolkswagen bringt erschwinglichen ID auf den Markt. Cross Electric Crossover für 28.000 €