Ein Anstieg des Kraftstoffdiebstahls im gesamten Vereinigten Königreich führt zu einem schwierigen Kreislauf sowohl für Einzelhändler als auch für Autofahrer. Da die geopolitische Instabilität im Nahen Osten die Energiekosten hoch hält, übt ein erheblicher Anstieg der unbezahlten Kraftstoffvorfälle zusätzlichen finanziellen Druck auf Tankstellen aus, was sich letztendlich auf die Verbraucherpreise auswirken kann.
Der Anstieg des unbezahlten Kraftstoffs
Neue Daten des Inkassounternehmens Forecourt Eye zeigen einen starken Anstieg der Treibstoffdiebstähle nach der Eskalation des Konflikts mit dem Iran. In den 50 Tagen seit der Verschärfung des Konflikts sind die Vorfälle, bei denen Fahrer nicht bezahlen, um 13 % gestiegen.
Eine Studie mit 500 Tankstellen in England, Schottland und Wales zeigt zwei deutliche Trends bei den Treibstoffverlusten:
- „Kein Zahlungsmittel“: Dies sind Fälle, in denen Autofahrer zugeben, dass sie sich den Kraftstoff einfach nicht leisten können. Diese Vorfälle stiegen um 20 % und stiegen von 44 auf 53 Fälle pro Tag.
- „Fahrten“: Dabei handelt es sich um Fälle, in denen Fahrer den Bahnhof verlassen, ohne zu versuchen, zu bezahlen. Diese stiegen um 10 % von 114 auf 125 Fälle pro Tag.
Insgesamt sind diese Vorfälle von 158 auf 178 täglich gestiegen, was dazu führt, dass täglich etwa 6.900 Liter Kraftstoff gestohlen werden. Interessanterweise deuten die Daten darauf hin, dass dieser Trend nicht von Berufskriminellen vorangetrieben wird; Ersttäter verzeichneten einen Anstieg der Aktivität um 16 %.
Wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Auswirkungen
Die Auswirkungen dieser Diebstähle gehen über den unmittelbaren Umsatzverlust hinaus. Gordon Balmer, Geschäftsführer der Petrol Retailers Association, warnt davor, dass es sich hierbei nicht um ein „Opferloses Verbrechen“ handele. Da Einzelhändler die Kosten für gestohlenen Kraftstoff tragen müssen, tragen diese Verluste zum Gesamtaufwand für den Betrieb einer Tankstelle bei, was sich indirekt auf die Preise auswirken kann, die zahlenden Kunden in Rechnung gestellt werden.
Über die finanzielle Belastung hinaus gibt es wachsende Sicherheitsbedenken. Forecourt Eye hat einen Anstieg organisierter Diebstähle festgestellt, bei denen große Mengen Kraftstoff gestohlen werden, um sie auf dem Schwarzmarkt weiterzuverkaufen.
„Der alarmierendste Aspekt ist die verwendete Methode“, warnt Michelle Henchoz, Geschäftsführerin von Forecourt Eye. „Kraftstoff wird in Plastikbehältern oder improvisierten Tanks in Fahrzeugen gelagert, was äußerst gefährlich ist.“
Solche Methoden stellen ein katastrophales Risiko für die öffentliche Sicherheit dar, insbesondere im Falle eines Fahrzeugzusammenstoßes.
Die Verbindung zu globalen Märkten
Der Anstieg der Diebstähle erfolgt vor dem Hintergrund hoher Energiekosten, die durch die internationale Instabilität verursacht werden. Die Schließung der Straße von Hormus aufgrund der Spannungen im Nahen Osten hat die weltweiten Ölvorräte knapp gehalten und die Benzin- und Dieselpreise hartnäckig hoch gehalten. Derzeit liegen die Durchschnittspreise bei etwa 157 Pence pro Liter für Benzin und 190 Pence pro Liter für Diesel.
Während Kraftstoffdiebstahl den Druck auf den Einzelhandel erhöht, schlagen Experten vor, dass die Verbraucherpreise idealerweise breitere Markttrends widerspiegeln sollten. Simon Williams, Leiter Politik beim RAC, stellte fest, dass Autofahrer zwar verstehen, warum die Preise aufgrund hoher Großhandelskosten steigen, sie jedoch mit einem entsprechenden Rückgang der Tankstellenpreise rechnen, wenn die Großhandelspreise für Öl sinken.
Zusammenfassung: Eine Kombination aus geopolitischer Instabilität und zunehmendem Kraftstoffdiebstahl führt zu einem „perfekten Sturm“ für den britischen Kraftstoffmarkt, der die Betriebskosten für Einzelhändler in die Höhe treibt und hohe Preise für Fahrer aufrechterhält.





















