Die Rückkehr des Knopfes: Warum physische Bedienelemente die nächste Grenze im Autodesign sind

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Seit einem Jahrzehnt befindet sich die Automobilindustrie auf einem unaufhaltsamen Marsch in Richtung „Digitalisierung“. Der Trend war klar: Ersetzen Sie taktile Knöpfe und Schalter durch riesige, hochauflösende Touchscreens. Es findet jedoch eine Verschiebung statt. Da Bildschirme allgegenwärtig und standardisiert werden, entdecken Automobilhersteller, dass physische Kontrollen der Schlüssel zur Definition einer Premium-Markenidentität sein können.

Vom „faulen Eingreifen“ zur erstklassigen Handwerkskunst

Laut Luke Miles, Gründer der Designfirma NewTerritory, war die starke Abhängigkeit von Bildschirmen oft ein „fauler Eingriff“. Obwohl digitale Schnittstellen leicht aktualisierbar sind, fehlt ihnen oft die Seele und der Charakter, die erforderlich sind, um einem Fahrzeug ein einzigartiges Gefühl zu verleihen.

Miles, dessen Firma Innenräume für Luftfahrtgiganten wie Delta und Virgin Atlantic entworfen hat, argumentiert, dass wir uns einem Wendepunkt nähern. Da die Technologie immer nahtloser wird, steigt der Wert der analogen Interaktion.

Die Kernidee ist die Unterscheidung zwischen zwei Technologieebenen:
* Der Hintergrund: Unsichtbare High-Tech-Systeme wie Sprachbefehle, Gestensteuerung und Umgebungsbeleuchtung, die komplexe Aufgaben bewältigen.
* Der Vordergrund: Wunderschön gefertigte, physische Berührungspunkte – wie gerändelte metallische Zifferblätter oder präzisionsgefertigte Schalter – die ein Gefühl von Qualität vermitteln.

„Man bringt die Marke auf diese wirklich schönen, ausgereiften, gut gemachten menschlichen Momente herunter“, sagt Miles.

Der haptische Vorteil: Warum Gefühle wichtig sind

Bei der Rückkehr zu physischen Tasten geht es nicht nur um Nostalgie; es geht um das sinnliche Erlebnis des Autofahrens.

Wenn ein Fahrer mit einem physischen Objekt interagiert, erhält er sofort eine taktile Rückmeldung. Das „Klicken“ eines Schalters oder der strukturierte Griff eines Drehknopfs vermitteln ein Gefühl mechanischer Präzision. Diese „positive Reibung“ stellt eine Verbindung zwischen Fahrer und Maschine her und signalisiert, dass das Fahrzeug mit Sorgfalt und hochwertigen Materialien gebaut wurde.

Darüber hinaus kann die Weiterentwicklung der Sprach- und Gestensteuerung tatsächlich dazu führen, dass Bildschirme kleiner werden. Wenn ein Fahrer die Temperatur per Stimme oder Handbewegung einstellen kann, verringert sich der Bedarf an einem riesigen, ablenkenden zentralen Tablet und es entsteht Raum für elegantere, physische Schnittstellen.

Branchenkorrektur: Aus Fehlern lernen

Die Automobilindustrie spürt bereits jetzt die Auswirkungen der Überdigitalisierung. Volkswagen dient als Paradebeispiel für diese Kurskorrektur.

Thomas Schäfer, Chef von Volkswagen, hat zugegeben, dass der frühere aggressive Vorstoß des Unternehmens, Tasten zu entfernen, dem Benutzererlebnis „großen Schaden“ zugefügt hat. Als Reaktion darauf schwenkt VW auf ein „Premium-Haptik“-Konzept um. Diese neue Designphilosophie legt Wert auf hochwertige Schaltgeräte und Drehknöpfe, eine Strategie, die in kommenden Modellen wie dem ID Polo, dem ID Cross und dem aktualisierten ID 3 sichtbar sein wird.

Zusammenfassung

Da digitale Schnittstellen zur Ware werden, suchen Automarken nach physischen, taktilen Bedienelementen, um Luxus und Markendifferenzierung wiederherzustellen. Durch die Kombination unsichtbarer Hintergrundtechnologie mit hochwertigen physischen Berührungspunkten wollen Hersteller routinemäßige Fahraufgaben in erstklassige „menschliche Momente“ verwandeln.

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