Bis China 2009 den US-Markt verdrängte, standen die USA an der Spitze der weltweiten Autoverkaufscharts. Natürlich kämpften die Hersteller um einen Teil dieses Kuchens. Aber der amerikanische Geschmack für Fahrzeuge hat sich schon immer stark vom Geschmack in Europa und Asien unterschieden. Diese Diskrepanz erklärt, warum einige der besten Autos es nie in die USA geschafft haben.
Denken Sie an den BMW M3 Touring. Der heiße Wagen erhielt weltweit begeisterte Kritiken. Es ist hier immer noch nicht verfügbar. Schauen Sie sich andere Fahrzeuge an, die in Amerika nie offiziell verkauft wurden, aufgelistet in chronologischer Reihenfolge.
Renault 4
Der Renault 4 war nicht das schnellste oder auffälligste Modell, das Renault jemals produziert hat. Aber es war eine ehrliche Maschine, die die Grundlagen beherrschte. Das Einstiegsmodell von Renault bot einen winterfesten Vorderradantrieb und eine praktische Fließheckform, Jahre bevor sie zum Standard wurden.
Sicher, der am Armaturenbrett montierte manuelle Schalthebel könnte einige Fahrer verunsichert haben. Dabei handelte es sich um unkompliziertes, sachliches Autofahren.
Toyota Jahrhundert
Toyota führte 1988 die Marke Lexus ein, um den wachsenden Luxusmarkt in Amerika zu erschließen. Lexus stieg in jeder Klasse als neuer Spieler ein, aber es fing nicht bei Null an. Toyota hatte Jahrzehnte damit verbracht, durch den Bau des Century den Luxus zu verfeinern.
Diese Flaggschiff-Limousine blieb über 20 Jahre lang exklusiv in Japan erhältlich. Die zweite Generation lief von 1997 bis 2007 mit einem V12-Motor. Es dient als offizielles Staatsauto des Kaisers von Japan. Die aktuelle dritte Generation, eingeführt im Jahr 2017, läuft mit einem V8 und wird immer noch produziert.
Renault Rodeo
Nützliche Strandbuggys haben sich in den USA nie durchgesetzt. Teilweise, weil die Basisplattformen hier ohnehin oft nicht verkauft wurden. Citroën versuchte es mit dem Mehari. Es scheiterte bereits nach einem Jahr. Die amerikanischen Aufsichtsbehörden haben Sicherheitsgurte vorgeschrieben. Der Citroën klappte.
Wir glauben, dass der Renault Rodeo möglicherweise besser abgeschnitten hätte. Es war benutzerfreundlicher als das Mehari. Auch Renault verstand den amerikanischen Markt besser als sein französischer Konkurrent.
Volkswagen SP2
Die brasilianische Tochtergesellschaft von Volkswagen agierte weitgehend unabhängig von Deutschland. Der SP2 wurde in Brasilien ausschließlich für brasilianische Straßen entwickelt. Es wurde auf handelsübliche Teile zurückgegriffen. Ein vom Typ 3 (412) entlehntes Fahrgestell. Ein luftgekühlter 1,7-Liter-Boxermotor.
Trotz seiner praktischen Wurzeln machte ihn sein Fastback-inspiriertes Design zu einem der schönsten Volkswagen aller Zeiten.
Lancia Stratos
Lancia baute den Stratos ausschließlich zur Homologation. Es musste den Rennvorschriften entsprechen. Die Entwicklung eines Kleinserien-Performance-Autos ist wahnsinnig teuer. Besonders für eine Marke wie Lancia, die eine Geschichte finanzieller Instabilität hat. Ein Verkauf an Amerikaner wurde sofort ausgeschlossen.
Eigentlich eine Schande. Der Stratos hätte den sinkenden Ruf der Marke wiederbeleben können.
Citroën GS/GSA
Eigentlich bereitete Citroën die Markteinführung des GS in den USA vor. Sie schickten Testwagen an Händler. Doch dann zögerten sie. Neue Sicherheitsvorschriften forderten eine feste Fahrhöhe. Der GS passte nicht ins Bild. Citroën hat den Stecker gezogen.
Die Kluft zwischen den Märkten
Es ist lustig, wie nah diese Autos an US-Ausstellungsräume herangekommen sind. Der GS war fertig. Das Rodeo war machbar. Doch Vorschriften und Markenstrategie hielten sie davon ab. Amerika hat dabei einige echte Juwelen der Ingenieurskunst verloren. Der M3 Touring beweist, dass die Nachfrage weiterhin besteht. Wir müssen einfach woanders nach den guten Sachen suchen.





















