Tesla hatte einen Vorsprung. Das Model S kam 2014 auf den Markt. Das Model 3 folgte sechs Jahre später. Lange Zeit war das Kopieren von Tesla die einzig sinnvolle Strategie. Die amerikanische Marke hatte jahrelange Vorlaufzeit. Es legte die Grundlage für alles fest. Selbst als BYD an Macht gewann, blieb Tesla der Vorreiter. Andere Hersteller nutzen es immer noch als Referenz.
Honda folgt nicht mehr nur. Es kreist.
Mit dem Prologue, der gemeinsam mit GM gebaut wurde, wurde der japanische Riese im vergangenen Jahr zur meistverkauften Elektrofahrzeugmarke in den Vereinigten Staaten. Das war nur das Aufwärmen. Jetzt bringt Honda zwei ernsthafte Konzepte auf die CES-Ausstellungsfläche in Las Vegas. Es sind nicht nur hübsche Darstellungen. Es handelt sich um Produktionsprototypen. Ab 2026 werden Sie sie auf der Straße sehen.
Der Saloon und die Philosophie der Serie 0
Ein Konzept ist eine Limousine namens Saloon. Die Linien sind scharf. Eckig. Es sieht ein bisschen aus wie ein pummeliger Lamborghini Countach aus den Achtzigern. Der andere ist ein SUV. Beide sind Teil dessen, was Honda „Serie 0“ nennt.
Diese Autos basieren auf einer Philosophie namens M/M. Das steht für Man Maximum und Machine Minimum.
Honda hat die Unordnung beseitigt, um sich ganz auf das menschliche Erlebnis im Innenraum zu konzentrieren.
Das Ergebnis ist ein leichtes Fahrzeug mit einem Luftwiderstandsbeiwert, der niedrig genug ist, um maximale Effizienz und Reichweite zu erzielen. Beim Design geht es nicht nur um Aerodynamik. Es geht darum, den Lärm und die Komplexität der Maschine zu reduzieren, damit der Passagier atmen kann.
Asimo OS und das Streben nach Autonomie Level 3
Unter der Haube, oder besser gesagt unter der Softwareschicht, führt Honda ein neues Betriebssystem namens Asimo ein. Es ist nach dem berühmten humanoiden Roboter des Unternehmens benannt.
Dieses „Gehirn“ des Autos ist auf Langlebigkeit ausgelegt. Es wird zukünftige Updates für autonome Fahrfunktionen akzeptieren. Honda beherrscht bereits Level 3 Autonomie.
Was bedeutet das für Sie als Fahrer? Das bedeutet, dass das Auto komplexe Fahraufgaben selbstständig bewältigen kann. Der Fahrer muss jedoch bereit sein, zu übernehmen, wenn das System ihn dazu auffordert. Es ist keine Freikarte, auf dem Rücksitz zu schlafen. Noch.
Honda ist optimistisch. Sie gehen davon aus, dass es den Autofahrern bald möglich sein wird, innerhalb der vom System festgelegten Zonen den Blick vollständig von der Straße abzuwenden.
Der Tesla-Vergleich
Das klingt wie ein direkter Angriff auf Teslas Behauptungen zum „Full Self-Driving“ (FSD). Tesla vermarktet ein System, das der Autonomiestufe 4 nahekommt. Völlige Unabhängigkeit.
Die Realität vor Ort sieht anders aus. Die tatsächliche Leistung von Tesla liegt häufig unter der tatsächlichen Zuverlässigkeit der Stufe 3. Es gibt Schluckauf. Störungen. Die Bezeichnung „experimentell“ passt besser zu ihrer Einführung als „vollständig“.
Hondas Ansatz ist stabiler. Weniger Hype. Mehr technische Vorsicht.
Warum das in Europa und Amerika wichtig ist
In den USA nutzt Honda die Verkaufsdynamik des Prologue, um Tesla direkt herauszufordern. Die Strategie könnte leicht per Copy-Paste auf Europa übertragen werden.
Hier liegt der entscheidende Vorteil, den Honda hat, den Tesla nicht erreichen kann.
Honda stellt immer noch Verbrennungsmotoren her. Sie stellen immer noch Hybriden her. Und jetzt stellen sie reine Elektrofahrzeuge her.
Diese Diversifizierung ist ein Schutzschild. Wenn die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen sinkt, überlebt Honda. Steigen die Benzinpreise, verkaufen sich die Hybridfahrzeuge. Tesla hat keinen solchen Puffer. Es ist alles inklusive Strom.
Die Limousine und ihr SUV-Geschwister werden die Speerspitzen dieser neuen Offensive sein. Sie sind sicher futuristisch. Aber sie basieren auf einer Realität, die Tesla oft ignoriert: Autos sind Werkzeuge für Menschen und nicht nur rollende Tech-Demos.
2026 ist in weiter Ferne. Aber Honda gibt bereits das Tempo vor.




















