Jeden Tag treffen zwischen 3.000 und 15.000 schwere Lkw im Hafen von Santos in Brasilien ein. Sie warten auf ihre Ladung. Dann müssen sie eine zweistündige tückische Fahrt durch die Berge auf sich nehmen, um Waren nach São Paulo zu transportieren. Es handelt sich um einen logistischen Engpass, der Zeit, Geld und Geduld kostet.
Jetzt wollen Forscher der brasilianischen Bundesuniversität Santa Catarina (LabTrans) und des Hafenlogistikunternehmens EGA Group die Pendelzeit auf 20 oder 30 Minuten verkürzen. Sie setzen alles auf Hyperloop Transportation Technologies (HTT) und ein Konzept, das viele als tot abgeschrieben haben. Das Ziel? Bewegen Sie täglich bis zu 5.600 Kapseln mit einer Geschwindigkeit von nahezu 600 km/h.
Hier geht es nicht nur um Geschwindigkeit. Es geht darum, die Ökonomie des Welthandels zu überleben.
So funktioniert das HyperPort-System
Der Plan ist konkret. Eine Station namens HyperPort würde direkt auf der Hafenzone liegen. Die Behälter würden in Druckkapseln eingeschlossen. Diese Kapseln schießen in ein Röhrensystem hinaus.
Die Vorstudie nennt genaue Kapazitätszahlen. Die Linie muss 4.810 Kapseln transportieren, die zwischen São Paulo und Santos verkehren. Weitere 4.156 Kapseln würden zwischen São Paulo und Campinas, einer Stadt weiter im Landesinneren, verkehren.
Entscheidend ist, dass diese Konfiguration die Lebensfähigkeitsgleichung verändert. Zuvor galt das Hyperloop Santos São Paulo-Frachtsystem als wirtschaftlich nicht realisierbar. Diese neuen Daten lassen etwas anderes vermuten. Die Rechnung funktioniert tatsächlich.
Das wirtschaftliche Argument für den Hochgeschwindigkeitsgüterverkehr
HTT hebt die offensichtlichen Vorteile hervor. Eine Gesamtlänge der Strecke von 169 Kilometern würde täglich bis zu 4.000 Lkw von brasilianischen Straßen entfernen.
Weniger Lkw bedeuten weniger Umweltverschmutzung. Weniger Lkw bedeuten weniger Unfälle auf gefährlichen Bergpässen. Aber Geld sagt mehr als Sicherheitsstatistiken.
Die Eintrittskosten sind hoch. Der Bau der Vakuumröhren und der unterstützenden Infrastruktur erfordert fast 9 Milliarden Euro. Die Betriebskosten werden auf 1,45 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.
„Für HTT könnte der Deal lukrativ sein, da der geplante Gesamtumsatz 15,6 Milliarden Euro übersteigen könnte.“
Das ist eine enorme Kapitalrendite. Halten die Zahlen stand, amortisiert sich das Projekt um ein Vielfaches. Aber hier ist der Haken. Dies ist nur eine vorläufige Studie.
Die technische Klippe
Wir haben diesen Film schon einmal gesehen. Das Hyperloop-Konzept hat sich immer wieder in ein Fiasko verwandelt. Warum? Denn technische Zwänge sind unerbittlich.
Es ist schwierig, über 169 Kilometer Gelände eine nahezu vakuumnahe Umgebung aufrechtzuerhalten. Die Beherrschung der Wärmeausdehnung in langen Rohren ist schwieriger. Um die Kapseln bei 600 km/h schwebend und stabil zu halten, ist technische Präzision erforderlich, die die aktuelle Technologie nicht vollständig beweisen kann.
Das Finanzmodell ist solide. Der logistische Bedarf ist verzweifelt. Aber die Physik hat sich nicht geändert. Können Sie eine zuverlässige Röhre bauen, die lang genug und stark genug ist, um dieses Volumen zu bewältigen, ohne dass es ständig zu katastrophalen Ausfällen kommt?
Wir wissen es noch nicht. Die Studie sagt ja. Die Ingenieure sind noch skeptisch. Bis diese Rohre tatsächlich versiegelt und unter Druck gesetzt sind, bleibt dies eine faszinierende Tabellenkalkulationsaufgabe. Eines, bei dem es um Milliarden von Euro und das Schicksal der brasilianischen Logistik geht.




















